Qualität der Lehre

Hach, wie die Zeit vergeht!
Dieser Artikel ist veraltet. Könntest Du uns helfen, ihn zu aktualisieren? Stand: 15. Februar 2012

Qualität der Lehre

"The world of knowledge takes a crazy turn when teachers themselves are taught to learn." -- Bertolt Brecht

Wie definieren wir "Qualität der Lehre"? Lieber nicht - dazu ist dieser Artikel zu kurz.

Wir denken aber, jeder sieht das eine gute Betreuung der Studierenden durch Wissenschaftliche Mitarbeiter, kleine Tutorien (und überhaupt Tutorien) genauso dazugehören wie ein aktuelles, lesbares und informatives Skript und eine Vorlesung, in der nicht nur Folien vorgelesen werden.

Viele dieser Qualitäten gehen uns derzeit verloren. Tutorien werden immer größer und seltener und im Hauptstudium gibt es gar keine mehr. Sprechstunden fallen weg oder liegen abends zwischen 23 und 24 Uhr. Nach dem Motto: „Warum Altbewährtes ändern, wenn man doch erst zehn Semester alte Vorlesungsfolien als Skript zum Selbstkostenpreis drucken kann?“ werden tatsachlich Vorlesungen gehalten, selbstverständlich mit genau diesen Folien. In großen Tutorien haben es die Tutoren und Tutorinnen immer schwieriger den Stoff anständig zu vermitteln, hinzu kommen auch sprachliche Defizite bei manchen.

Was bleibt ist, dass wir der Meinung sind, dass dringend etwas an der Qualität der Lehre getan werden kann - und muss. Wie wir uns das vorstellen und was wir dafür tun, darum geht es hier.

Früher

Viele dieser Probleme gab es früher nicht, da die Tutorien viel kleiner und zahlreicher waren und von mehr WM's betreut wurden. Logisch, dass die Last des Erklärens viel besser verteilt war, und ein schlechtes Skript nicht so ins Gewicht fiel wie heute. Ausserdem waren damals die Skripte ja auch gerade frisch überarbeitet...

Gute Lehrende schaffen es eine Atmosphäre herzustellen, in der man dem Stoff aktiv folgt und auch gerne Fragen stellt. Massenveranstaltung wie an unserer Uni heute sind für so eine Atmosphäre aber Gift. Längst ist nachgewiesen, dass Spaß und Interesse an einer Sache die absolut beste Motivation ist, die man haben kann. Lernen geht deutlich schneller, effektiver und macht dann wieder mehr Freude.

Jetzt erleben wir, dass unser lieber Staat kein Geld mehr hat und daher den Universitäten den Geldhahn zudreht. Und die wiederum hat es schwer sich anzupassen. Nur in der Lehre, da lässt sich relativ leicht Geld sparen, da Tutoren, Tutorinnen und WM's immer nur sehr kurze Arbeitsverträge haben.

Logische Folge: die Qualität unserer aller Ausbildung nimmt ab. Und wir alle haben davon - nur Eine.

Was die Fakultät für die Qualität tut

Unser derzeitiger Dekan und mit ihm viele der entscheidenden Professoren sehen die Forschung als das eigentlich wichtige Gut der Universität an. Probleme, wie lange Studienzeiten und hohe Durchfallquoten werden dann natürlich ganz anders angegangen.

  • Überfüllte Veranstaltungen werden verkleinert indem man Plätze darin per Los verteilt.
  • Durch das wegfallen der Tutoren und Tutorinnen im Hauptstudium ist dieses überfüllt und wird bereinigt, indem das Diplom zum Bachelor und Master abgespeckt wird. Vorgesehen ist, nur die besten 30 % der Studierenden aus dem "Grundstudium" Bachelor in den Master zu übernehmen (Mehr dazu im Text über die neue StuPO Informatik). Im Moment hat jeder die Möglichkeit das Diplom zu machen.
  • Das Grundstudium selbst wird mit Einstellungstests abgeschottet und aufwendige Praktika in denen man endlich mitbekommt wofür man die Theorie tatsächlich verwendet, werden fast komplett abgeschafft.
  • Wissenschaftliche Mittarbeiter/innen werden den Fachgebieten ausschließlich nach der Menge der Forschung in diesen zugeteilt, Engagement in der Lehre wird nicht gefördert.
  • Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen dürfen keine Lehrveranstaltung mehr in eigener Verantwortung durchführen, dabei macht gerade dass am meisten Spaß und sorgt für die beste Motivation.
  • Ein echter Lichtblick ist das jetzt im Grundstudium jeder Studierender einen Professor oder eine Professorin als Mentor zugeteilt bekommt. Nur funktioniert das schlecht, da viele Mentoren das bisher nicht ernst nehmen und die meisten Studierenden daher gar nicht wissen wofür das gut sein soll.

Was wir für die Qualität unserer Ausbildung tun

Zwar stimmt es, dass konkret weniger Tutoren, Tutorinnen und WM's eingestellt werden können, aber es stimmt nicht, dass deswegen nichts für die Lehre getan werden kann.

Darum sitzen wir (die Freitagsrunde) seit gut zwei Jahren in der Ausbildungskommission, dem Fakultätsrat und dem Prüfungsausschuss, veranstalten Kurse über Java, Eclipse und schönen Code, sind Anlaufstelle für Fragen aller Art, haben die Opalix CD produziert, eine verpflichtende Tutorenschulung angeregt, engagieren uns in der Einführungswoche und sind gerade dabei allen Privatdozenten hier an der Uni auf den Qualitäts-Zahn zu fühlen.

Das ist eine Menge Programm - und wir sind nur 9 Leute. Damit das alles weitergeht und noch viel mehr passieren kann, dafür brauchen wir Dich!

Denn wir bisherigen sind bald mit unserem Studium fertig und dann liegt es an Dir den nachfolgenden Studierenden das zu ermöglichen, was wir Euch ermöglicht haben.

Denn für uns alle gilt immer: Jemandem anderen etwas beizubringen, heißt selbst am meisten darüber zu lernen.